
Alles begann mit einem Rolife-Bausatz für die Tochter. Einem sogenannten Book Nook. Das sind kleine Schaukästen, etwa so hoch wie Bücher, die man zwischen Bücher stellen kann und die einen Blick in kleine Räume oder Gassen zeigen. So aufgebaut – mitunter mit Spiegel am Ende, dass scheinbar ein viel tieferer Raum vorhanden ist, als real gegeben. Diese Bausätze bestehen primär aus bedruckten oder zu beklebenden vorgestanzten Elementen aus dünnem Sperrholz, die aus einer Platte gedrückt und zusammengesetzt und zusammengeklebt werden müssen. Ergänzt durch kleine Kunststoffobjekte wie Flaschen, Gläsern Tellern, Lampen, etc.



Die Faszination sprang auf uns selbst über. Weniger auf Book Nooks, sondern mehr auf freistehende Objekte bezogen, die man von drei Seiten betrachten kann. Die dritte ist meist dem Batteriefach für die Beleuchtung vorbehalten. Eine richtige Bezeichnung gibt es dafür wohl eigentlich gar nicht. Irgendetwas zwischen Diorama, Puppenhaus oder Miniaturmodel.



In einem Maßstab der in der Regel – je nach Hersteller und Modell – zwischen 1:16 und 1:24 liegen dürfte. Ganz exakt ist es oft auch nicht innerhalb eines Objektes durchgehalten. Wenn man jeden Tag ein paar Stunden daran sitzt, hat man zwischen 2 Tagen und einer knappen Woche Beschäftigung damit.






Schnell kamen einige Geschäfte, Cafés, Bars und Büchereien zusammen. Möglichst jedes Mal anspruchsvoller. Das heißt, einige hundert Teile mehr.








Zwei weiße Delphine als Türgriffe, ein Guinness-Zapfhahn, ein Guinness-Glas auf einem Tisch, Guinness- und Dubliners-Plakate über aufgedruckten Fenstern, haben aus dem unklaren Mittelding zwischen Bar und Weinladen schließlich einen irischen Pub gemacht, namens „Crazy White Dolphin“.
Bücher kleben, Bücher, Bücher, Bücher … eine Fleißarbeit! Und Fummelei, die Kabel durch engste Säulen zu führen. Oft mit sehr undurchsichtiger Anleitung.





Mehr ging nicht rein! Obwohl die Bauanleitung noch mehr vorsieht. Erstmals echte Polster, Kunstleder, Stoff, winzige Scharniere, selbstgebogener Leuchter, …
Kleine Vitrinen mussten her und zusätzliche Regale. Als uns die vorgegebenen Arrangements beim Interieur nicht mehr gefielen, fingen wir an Teile dazuzukaufen, wegzulassen, umzubauen, oder aus Stanzresten zu basteln. Irgendwann fanden wir keine Modelle mehr, die uns reizten. Und die wenigen, die uns reizten, wurden immer schwerer zu beschaffen. Diese Modelle kommen wohl ausnahmslos aus China. Über europäische Importeure. Einzelhändler sind beispielsweise Thalia, Nanunana und Müller. Onlineempfehlungen gebe ich nicht. Manches bekommt man auch nur direkt aus China. Es sammelten sich Reste von anderen Modellen. Also entstand der Entschluss eigene Ideen umzusetzen.

Zunächst aus Resten, aber dann musste doch ein Laser Cutter her und ein Minibohrer mit diversen Vorsätzen zum Sägen und Schleifen.










So entstanden parallel zwei kleine Ateliers. Eins, dass das Maximum aus Resten und vorhandenen Kleinteilen herausgeholt hat und eins, das sich bestmöglichst dem Atelier von Van Gogh in Nuenen angenähert hat.



Wie es nach den mittlerweile dreizehn Objekten weitergeht, verraten wir noch nicht!
Sabine und Axel